Im Wandel hin zu Qualitätsbewusstsein

Offene Werkstätten in der Alfons-Kern-Schule

Von Stefan Friedrich (Badische Neueste Nachrichten | Pforzheimer Kurier | WIRTSCHAFTSREGION | 07.12.2019)

Pforzheim. Werbung für das Handwerk, das so viele positive Seiten vom wohnortnahen bis zum relativ krisensicheren Arbeitsplatz zu bieten hat: das soll nicht zuletzt der Tag der Berufsinformation des Handwerks an der Alfons-Kern-Schule erreichen. Vertreter unter anderem lokaler Innungen stellten dort am Freitag Ausbildungsberufe vor. Der Termin sei in diesem Jahr „relativ kurz entschlossen“ angesetzt worden, sagte Matthias Morlock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis, bei einem Pressegespräch zum Ereignis. „Eigentlich wollten wir es ausfallen lassen, aber wir brauchen Auszubildende.“
Die Resonanz mit alleine 560 Anmeldungen zeigte nicht zuletzt, wie wichtig das Thema Handwerk grundsätzlich ist. Übrigens nicht nur bei der Jugend: Er habe zuletzt vermehrt Anrufe von Mitarbeitern großer Automobilhersteller bekommen, die auch mit 40+ noch eine Gesellenprüfung ablegen und ins Handwerk wechseln wollen. „Das kommt momentan sehr stark“, meinte Morlock – und sei an der Alfons-Kern-Schule möglich, versicherte Schulleiterin, Birgitta Nick.
Das Handwerk befinde sich ohnehin im Wandel hin zu Qualität und Preisbewusstsein. In Freiburg etwa habe eine Bäckerei den Gründerpreis erhalten, die um zehn Uhr aufmacht und nur hochwertiges Brot auf Bestellung liefert. „Die Tendenz wird kommen“, pflichtete Stadtrat Uwe Hück bei. Viele Jugendliche würden heute über Daimler und Porsche reden. „Wenn ich denen sage: Ne, das Handwerk ist geil, jetzt geht mal da hin“, dann seien diese oft „ganz erstaunt, dass es sowas gibt.“ Er forderte deshalb: Bereits in den sechsten und siebten Klassen einer Schule müsse mehr für das Handwerk geworben werden, etwa in Form von Praktika.
Oder eben beim Besuch des Tags der Berufsinformation des Handwerks, wo die Alfons-Kern-Schule ihre Werkstätten geöffnet und die Jugendlichen auch spielerisch dazu animiert hat, „mit unseren Auszubildenden in Kontakt und ins Gespräch zu kommen“, so Nick. Sie Schulleiterin war selbst durchs Haus gelaufen und hatte sich ein Bild von diesem Tag gemacht. „Ich fand den Anklang überraschend gut“, betonte sie. Dass man den Termin „etwas später im Schuljahr“ angeboten und damit auch mehr Vorbereitungszeit gehabt hat, habe sich ausgezahlt.
 
 
Die Kfz-Werkstatt ist immer ein Anziehungspunkt beim Berufsinformationstag in der Alfons-Kern-Schule, unabhängig davon ob Uwe Hück und Schulleiterin Birgitta Nick (von links) dabei sind. Foto: Friedrich